Indianer 1922 -2000


Indianer von 700 bis 1565
Indianer 1605 - 1819
Indianer 1821 - 1898
Indianer 1922 -2000


1922
Im US-Kongress wird der All Pueblo Lands Act verabschiedet, der Pueblo-Indianern das Recht auf ihr Land zuspricht.

1924
Es wird der Snyder Act geschlossen. Allen Indianern, die in den USA geboren sind, wird die amerikanische Staatsbürgerschaft gewährt. Damit sind sie zum erstenmal nicht mehr Fremde in ihrer Heimat.

ab 1930
Viele Internate werden geschlossen, die Indianerkinder dürfen auf Schulen in der Nähe ihrer Wohnorte gehen.

1934
Das Gesetz der Indian Reorganization Act wird erlassen. Die Auflösung vieler Reservate und damit der Stammesgemeinschaften hat zur Verarmung der Indianer geführt. Das neue Gesetz bietet die Möglichkeit zur Wiedereinrichtung oder Neuorganisation der Stämme. Bedingung: eine demokratische Verfassung.

1946
Die lndian Claims Commission wird gegründet. Das ist eine Behörde, die Wiedergutmachungsansprüche regeln soll.

ab 1950
Termination Policy: Alle bundesstaatlichen Verpflichtungen gehen nach und nach auf die Stämme über. Praktisch versagt die Regierung damit den Reservaten jegliche Unterstützung - zum Beispiel in Bildung und Gesundheitsfürsorge.

1956
Relocation Policy: In den Städten werden zusätzliche Ausbildungsplätze für Indianer geschaffen, um sie kulturell zu assimilieren. Etwa 35000 Indianer verlassen die Reservate.

1968
Das AIM (American Indian Movement) wird gegründet, eine radikalen Bügerrechtsorganisation.

1970
Präsident Nixon beendet formell die Termination Policy. Der Blue Lake, der heilige See der Taos-Pueblo-Indianer, wird zurückgegeben.

1972
"Marsch der gebrochenen Verträge" - Besetzung des Bureau of Indian Affairs in Washington durch Indianer.

27. Februar 1973
Am 27. Februar 1973 besetzten Mitglieder der indianischen Widerstandsorganisation American Indian Movement (AIM) zusammen mit Sympathisanten aus der Pine Ridge Reservation die Ortschaft Wounded Knee und riefen die unabhängige Oglala-Nation aus. Damit protestierten sie gegen die wiederholten Menschenrechtsverletzungen in der Reservation von Seiten der US-Verwaltung. Die Besetzung dauerte 71 Tage. Am 8. Mai kapitulierten die Aufständischen, nachdem sie von einem Großaufgebot von FBI-Agenten und Armee unter Beschuss genommen worden waren. Bei den Feuergefechten starben der Indianer Buddy Lamont sowie zwei FBI-Beamte.Nach dem Ende der Besetzung wurden viele der AIM-Aktivisten und deren Unterstützer angeklagt und vielfach zu Haftstrafen verurteilt. Dem prominenten AIM-Sprecher Leonard Peltier, der zu seinem eigenen Bedauern an der Besetzung selbst nicht beteiligt war, wurde 1975 in einem anderen Zusammenhang der Mord an zwei Polizisten vorgeworfen. Obwohl Peltiers Schuld nie zweifelsfrei bewiesen werden konnte, wurde er schließlich 1977 zu zwei Mal lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt, und befindet sich bis heute in Haft. Verschiedene, auch internationale Kampagnen für die Freilassung Peltiers, der vielen als politischer Gefangener der USA gilt, blieben bislang ohne Erfolg.

1975
Indian Self-Determination Act: Der Kongress sagt den Stämmen größtmögliche Unterstützung für Ausbildung und andere "Verpflichtungen des Bundes gegenüber den indianischen Gemeinschaften" zu.

1990
Der Native American Languages Act verpflichtet die Regierung zum Erhalt und zur Förderung indianischer Sprachen. Der Native American Graves Protection and Repatriation Act regelt die Rückgabe von Gebeinen aus Museen und anderen Einrichtungen und den Schutz indianischer Grabstätten.

2000 Niska Nation
Den Niska-Indianern im Nordwesten der kanadischen Provinz British Columbia wird die Verwaltungshoheit über ein 2000 km² großes Gebiet zugestanden. Die Niska genießen weitgehende Autonomie, müssen dafür aber, anders als die Reservatsbewohner in den USA, Steuern zahlen. Im September entschuldigt sich das Bureau of Indian Affairs - mit Zustimmung des Weißen Hauses - bei den Indianern Nordamerikas für die "ethnischen Säuberungen" und andere "furchtbare Dinge", an denen diese Behörde in den 175 Jahren ihres Bestehens mitgewirkt hat.


Indianer von 700 bis 1565
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